Montag, 11. November 2013

(8) FATA MORGADA

"Stopp", schrie ich wie ein zorniger Säugling und zog die imaginäre Reißleine, die sich als meine eigene Nabelschnur entpuppte. "Ich heiße Shoushan, hebräisch: Lilie, und bin eine blinde Träumerin, deren Gebärmutter, von deren Gebärmutter verdammt worden ist, um den guten Ruf eines Samenspenders zu retten, welcher eine Minderjährige schwängerte, die den Missbrauch sühnen muss. Ich bin Shoushan und nicht Jeschush, das Gotteslamm, dessen Vlies im Namen des Vaters ans Kreuz genagelt wurde, um die Christenmenschen aus ewiger Verdammnis zu retten  Durch eine einfache Wortzauberei verwandelt sich Samael in San Meli, die heilige Biene, welche bei der Ernte nicht tötet, sondern beim Blütennektarsammeln neues Leben hervorbringt. "Bärgöttin und Vogelgöttin sind wirklich die Bärgöttin, lautet der älteste bekannte Satz in menschlicher Sprache. Aufgeschrieben wurde er vor rund 7000 Jahren auf zwei tönernen Spinnwirteln (Schwunggewichten einer Handspindel). Sie kamen bei Grabungen in Jela zutage, westlich von Belgrad am Südufer des Flusses Sawe. Die Wirtel sind mit Vinca-Schrift verziert, die nach einem andern Fundort in der Nähe einer Stadt benannt ist, in der mein Samenspender am 11. August 1927 (Namenstag: Susanne) geboren wurde. Von den Vinca-Runen, bei archäologischen Grabungen an mehreren Orten im Balkan und in Pannonien entdeckt, sind einige Dutzend bekannt. Sie bilden die Schrift einer alteuropäischen Kultur, welche in der Jungsteinzeit zwischen 6000 bis 4000 minus auf dem Balkam existierte, dann aber vermutlich (wissenschaftliche Aussage) durch eine Völkerwanderung ausgelöscht wurde. Bal wie Balkan heißt in der osmanisch-orientalischen Sprache H.o.n.i.g (griechisch: meli), Baal ist ein phönizischer Fruchtbarkeitsgott, welcher u. a. von Prophet (H)elias (griechisch: Sonne) verteufelt wurde. Balqis ist der Name der legendären Königin von Saba, die König Salomon, welcher als Erbauer des gleichnamigen Tempels gilt, das Lesen und schreiben lehrte. Der Satz auf den Spinnwirteln wirft ein archäologisches Licht auf die wissenschaftlichen Ursprünge des Artemis-Kults, als Bär- und Vogelgöttin zu einer einzigen Bärgöttin verschmolzen wurden. Ich sehe in der balkanischen Vinca-Vogelgöttin eine Beerenfresserin, die wie die Nektarsammler bei der Ernte nicht tötet, sondern durch ihre Ausscheidung (Kot wie Code)  z. B. den Samen der Mistel (Holler, Schlehe usw.) verteilt, welche nicht auf dem alitären Speiseplan einer Kulturschaffenden steht, die, was Geldungssucht & Geschäftstüchtigkeit anbelangt, an salomonischer Weisheit kaum zu toppen ist. Herakleia, die Dunkle, die ihre fragmentierten Erkenntnisse nicht in Nordafrika sondern im Artemis-Tempel der "vielbrüstigen" Weinbeerenkönigin von Ephesos hinterlegte, sagte vor 2500 Jahren zu dem Thema: Phytagoras hat am meisten von allen Menschen Forschung geübt, und, indem er alle Schriften zusammenlas, nahm er sie als seine eigene Weisheit, die Händlerin Argolydi in Apfelessigfläschchen abfüllen lässt, die sie für 12,90 Euro verscherbelt". "Wau", bellte Tschovana ohne die Gestalt einer Hündin anzunehmen und nannte den Buchfink als Erfinder einer gleichnamigen Schrift, die nicht nur den koreanischen Buchstaben als Vorbild diente."Du willst mir doch nicht weiß machen, dass sich Vinca von Fink..." An dieser Stelle unterbrach ich die Sendung, da mir die Fußspuren einfielen, die Vögel im Winter im frisch gefallenen Schnee hinterlassen. Parallel dazu kam mir Wilhelm "von" Finck in den Sinn, der 24 Stunden vor der Geburt meiner Leibhaftigen sein 126tes Wiegenfest (6. Februar 1848) hatte. Einen Tag vor Fincks 67tem Todestag starb Mamanka, die am 10. September 1913 in Stara Pazova auf einem Bauernhof zur Welt kam, den der einzige Stammhalter, Paul Popp, übernehmen sollte. Die jüdisch-protestantische Popp-Sippe die sich u. a. mit dem Babic-Clan verzweigte, stammt ursprünglich aus Poprad, der zweitgrößten slowakischen Stadt am Fuße der Hohen Tatra, die von den Habsburgern den Namen Deutschendorf erhielt. Das Schicksal wollte es, dass Mamankas älterer Bruder Paul nach dem 2. Weltkrieg nicht in die Heimat zurückkehrte, sondern seine Frau und deren Nachkommen im Glauben ließ, dass er gefallen bzw. vermisst sei. Im Gegensatz zu Frau Popp wusste Schwägerin Mamanka den Aufenthaltsort ihres Bruders, jedenfalls besuchten wir den "Vermissten" und dessen familiäres Doppelleben nach dem Tod meines Papas (**19. Oktober 1961) jedes Jahr in den Osternferien in Seligenstadt. Ob Elisabeth Lehn geborene Hopp, eine Kriegerwitwe mit zwei halbwüchsigen Söhnen die Ursache gewesen ist, weshalb mein Onkel nicht in die Vojvodina zurückgekehrt ist, wage ich zu bezweifeln, ob er mit dem gleichnamigen SS-Aufseher identisch ist, der im KZ Sachsenhausen mehr wie zwanzig Gefangene ermordete, kann ich nur vermuten.
"Mein ehemaliger Nachbar in Wien heißt Paul Popp. Soviel ich weiß nahm er 1984 in Los Angeles bei den Olympischen Spielen als Radrennfahrer teil. Muss wohl in den Genen liegen, dass die Poprader vergeblich für eine Goldmedaille trainieren", tönte es nach einer langen Sendepause aus dem alitären Feuerlilienfläschchen." "Halt dein Schandmaul", reagierte ich wütend, während mir der Weitsprung über die 5,00 Meter Grenze in den Sinn kam, mit dem ich die Kreismeisterschaft im Dreikampf für mich entscheiden konnte. Vermutlich hätte ich wie die 16jährige Meyfarth in München Gold geholt, wenn meine sportbegeisterte Alleinerziehende mit dem Angebot des Leichtathletikverbandes einverstanden gewesen wäre und mich in ein Sportinternat geschickt hätte. "Ich habe nicht für Olympia trainiert, sondern ich bin ein 12jähriges Naturtalent gewesen, das andere Sandkastenspringerinnen um eine Körperlänge überflügelte". "Wenige Wochen nach den Olympischen Spielen in Montreal, bei denen Angela Voigt für die DDR mit 6,72 m den Weitsprungwettbewerb gewann, ist Paul Hopp auf dem Heimweg vom Frankfurter Flughafen tödlich verunglückt?". "Woher kennst du das Paulsche?", fragte ich Tschovana, die mir langsam umheimlich wurde. "Ganz einfach, dein fetter Vetter ist im Berliner Zoo als Andenkondor inkarniert". "Als Andenkentor?" Condoleezza Rice, die nicht zu unrecht den Beinamen "Kobra" erhielt, verdrehte die Augen: "Paul Hopp ist weder ein Thor noch ein Narr sondern ein A.n.d.e.n.k.o.n.d.o.r. - auch Neuweltgeier genannt". "Warum nicht Rabenvogel, Habicht oder Buchfink?" "Weil er in einem Condor-Firmenwagen gestorben ist". Ich schüttelte ungläubig den Kopf: "Wenn ich mir in der Staatsbibliothek den Hals breche, werde ich als Buch-Vinca wiedergeboren und wenn ich auf meinem silbernen Steppenwolf verunglücke, reinkariere ich als La Lupa..."
 ..."die Aztekenland nicht Hausfrau sondern La Huesera heißt", krächzte Tschovana und zeigte mir auf dem ausgemusterten FS-Bauamtflachbildschirm archaische Symbole, von denen mir die meisten vertraut erschienen wie z. B. das I, Y, Psi, T, H, C, F, Z, S, M, D, O, V, X, Lamda, Auge, Kamm, Baum, Leiter, Pullover, Friedhof, Grabstein, Zaun, Raiffeisen, Hakenkreuz, Fuchs, Frosch, Tannit, Geflügelte, Sonne, Wasser, Brust, Raute, Vogel, Lamda, Zeit, Höhenkote, Winkel, Segelboot, Tempel, Zelt, Berg, Pflug, Hand oder Vulva. Selbst das Eurozeichen, das Kreiszeichen "Pi", das alchemistische Goldsymbol und das Symbol für Plejaden ließ sich aus Schriftzeichen entziffern, in denen jemand vor rund 7000 Jahren den Satz Bärgöttin und Vogelgöttin sind wirklich die Bärgöttin in eine Spinnwirtel ritzte. Einige Vinca-Runen synchronisieren sich tatsächlich mit dem koreanischen Alphabet. Kore (Tochter) ist wiederum der griechische Beiname der Unterweltsgöttin Persephone, die namentlich von Persien nach Hellas exportiert wurde. Der Legende nach entstand die Koreanische Schrift nach dem Muster, das von Seidenraupen in Maulbeerblätter gefressen wird. Dass mir beim Stichwort "Seidenraupe" Argonaut Jorgos in den Sinn kam lag an dem Umstand, dass mir der Volosianer zu Lebzeiten offenbarte, dass auf Pilion Seidenraupen gezüchtet werden, um metaxi (griechisch: Seide) herzustellen. "Und der Buchstaben 'ξ' ist auch eine Erfindung der Buchfinken, die das griechische "ksi" spiegelverkehrt vertont haben", platzte Melina Merkouri dazwischen und fragte nach, ob ich einen μετάξά hätte. "Weder als Diktator noch als Weinbrand", erwiderte ich und kam auf die Schnapsidee, dass es sich bei dem "Goldenen Vlies" nicht wie im Mythos angedeutet um das Fell eines fliegenden Widders, sondern um eine Seidenspinnerraupe handeln könnte, die der argonautischen Nachwelt vor dem Verpuppen im Maulbeerhain rätselhafte Bo(o)tschaften hinterließ. "Κήπος της μουριάς", verbesserte mich Melina. "Wieso Morus-Hain", fragte ich verwundert, weil moro in der griechischen Sprache kein Freisinger Mohr, sondern ein Baby ist. "Morus ist der botanische Ausdruck für ein rosales Gewächs, dass mit den Feiglingen verwandt ist", brummte Prof. Condooleeza, die überall ihren Senf dazu geben musste. Dass mir in diesem Moment nicht der buddhistische Feigenbaum sondern Thomas Morus "Maulbeer" in den Sinn kam, lag an meinem unfreiwillingen Aufenthalt bei den Klosterschwestern in "Heilig Blut", die mich und meine adoleszenen Leidensgenossinnen in den Film "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" schickten. Jahrzehnte später fand ich heraus, dass Mr. Maulbeer, der vermutlich wie meine Leibhaftige an einem 7. Februar geboren ist, sich zwei Jahre vor seiner Ernennung zum Lordkanzler vom Augsburger "Promi-Portraitmaler" Hans Holbein mit einer Kette verewigen ließ, die aus einem Höfling einen Lordkanzler macht. Möglicherweise wurde die LK-Amtskette von Holbein nachträglich ergänzt, augenscheinlich ist, dass die s-förmigen Kettenglieder an salomonische $-Zeichen erinnern. Anfang und Ende  der LKA ist ein keltisches Triskelion, welches u. a. die Flagge der Delta-Insel Sizilia schmückt. An der dreibeinigen Swastika hängt kein Goldenes Vlies, sondern eine Tudor-Rose, die wie ein quer halbierter Apfel das Pentagramm repräsentiert. Der erste King aus dem Hause Tudor ist Heinrich Nr. 7, der sich von Michel Sittow, welcher in Spanien hoch im Kurs stand, mit dem Orden vom Goldenen Vlies portraitieren ließ. "Weißt du, dass Heinrichs gleichnamiger Sohn nur deshalb als Frauenmörder in die englische Geschichte einging, weil der eigentliche Thronfolger, Arthur Tudor, wenige Monate nach der Eheschließung mit Katharina von Aragon starb?" Ich schüttelte den Kopf. "Das habe ich mir fast gedacht, schließlich ist der englische Ladykiller mit der 13. Tür vergleichbar, die Frauen nicht zu öffnen wagen, da sie dahinter einen Henker erwarten, der sie einen Kopf kürzer macht", erwiderte Hillary und servierte mir mit Prinz Arthur einen Unbekannten, in dem Alchemisten jener Epoche den wiedergeborenen Sagenkönig Artus erkannt haben wollen. Der legendäre Artus gilt als Sohn der Herzogin von Cornwall, die ihrem Gemahl vier Nachkommen schenkte. Eine von Igraine Töchter ist Morgan le Fay, die Herrin von Avalon, die in keltischen Mythen mit Morrigan auf einen Nenner gebracht wird.
Dass sich der Name Igraine sich zu Ingrid zusammenfügte, hat seine Ursache, dass meine gleichnamige Freundin auf dem LKA-Gelände zwischen Olympiapark und Königsplatz das Cafe Interpol gepachtet hat. Kennengelernt haben wir uns in Aridikes Hirsemühle, für die sich Igraine, die von mir den Beinamen Donara erhielt, weil sie damals noch in Deggendorf wohnte, nicht begeistern konnte. Zwischen ihr und Aridike entwickelte sich keine Sympathie, noch weniger stimmte die Chemie zwischen Ingrid Kraiburger und Gabriele Voralberger, Madras österreichische "Schwiegertochter", die Merlin, der seiner Mutter zum verwechseln ähnlich sah, jene rüdenhafte Dominanz gewährte, die Hirsehündin das Leben kostete. Dass meine Lieblingshündin, deren "Suizid" ich bis dato nicht verschmerzen kann, einen Tag nach Dr. Albert Lokmüllers Geburtstag, den der Eisenbahn-König nicht in seiner Nesselwanger Jagdhütte sondern im Ahnzimmer der Hirsemühle feierte, beim leinenlosen Gassigehen einen Giftköder verschluckte, war kein "Zufall", da die tödliche Verlockung nicht ihr, sondern Merlin galt, der im Gegensatz zu seiner Mutter einen ausgeprägten Jagdinstinkt besaß, den er bei seinen Freigängen ungestüm auslebte. Da konnte die schöne Voralbergerin plärren wie sie wollte, das Alpha-Männchen hörte nicht auf das Omega-Weibchen, das aufgrund ihrer Äußerlichkeit, die alles andere als Zurückhaltung signalisierte, die Aufmerksamkeit eines Hobbyjägers, der von der adoleszenen "Feministin", welche von Alphaweibchen Aridike jahrelang dominiert wurde, solange eine Abfuhr bekam, bis der abgeblitzte Freier Rache schwor. Der Umstand, Madras Tod via Internet zu erfahren, führte mir vor Augen, dass auch für mich ein Lebensabschnitt zu Ende ging, der mit meiner Menarche anno 1967 begann. 40 Jahre später versiegte die "Regelmäßigkeit". Im Spätherbst 2007 fuhr ich das letzte Mal in die Hirsemühle, deren Verkauf schon feststand. Bei der Gelegenheit lernte ich Madras Nachfolgerin Chiara sowie das 2-Zimmer-Appartement mit Dachterrasse in einer Deggendorfer Altersresidenz kennen, in der Aridike mit ihren beiden Hunden ihren Lebensabend verbringen wird.

Dass ich weder mit Chiara noch mit der Altersresidenz warm werden konnte, lag nicht nur an der aridikeschen Kälte, die ich zu Beginn der Wechseljahre wahrnahm, sondern am Wandel, den Herakleia von Ephesos "panta rei" nannte. Auslöser für das panta rei, das wurde mir im Rückblick klar, war der Panzinger Fengh-Shui-Kurpark, der anstelle eines Schwimmbades errichtet wurde, weil es dafür Zuschüsse gab. Die Hirsemühlenbesitzerin sicherte dem Bürgermeister noch vor der Baugenehmigung ihre Unterstützung zu, schließlich war sie die einzige Panzingerin, die die "Verbotene Stadt", die nach FS geplant wurde, mit ihren Sinnen wahrgenommen hat. Ich selbst verhielt mich diesbezüglich neutral ohne Aridikes Begeisterung zu teilen, doch am Einweihungstag wendete sich das Blatt. Zuerst konnte ich das merkwürdige Benehmen von Madras Cousine Lin Chen, die sich auf dem Weg nach Panzing, der am 5-Elemente-Garten vorbeiführt, ohne ersichtlichen Grund verhielt, als würde man sie zur Schlachtbank geführt werden, doch rückwirkend betrachtet muss ich gesehen, dass die damals drittrangige Hirsemühlenhündin (C-Weibchen) die Veränderung nicht so positiv sah wie das dominante Alpha-Frauchen, der mein katzenartiges Wesen missfiel, welches der gestrengen Herrin nicht unter die Peitsche kroch. So ist es nicht verwunderlich, dass sich in der Nacht vom 11/12ten Juni 2006, als wir Ehrengast Aridike von der feuchtfröhlichen Einweihungsfeier abholten, im Kurpark eine vermeintlich "tollwütige" Katze zeigte, die angesichts der Hirsemühlenhunde nicht die Flucht ergriff, sondern zur Furie wurde, die sechs erwachsenen Frauen mit ihren Angriffsattacken einen Mordsschrecken einjagte. Am nächsten Tag machte unsere gewissenhafte Gastgeberin ausfindig, dass die "Tollwütige" eine ganz normale Bauernhofkatze sei, die Jagd auf Hunde machen würde. Bereits im Vorfeld hatte Frau Holle über dem Böhmerwald solange ihre Daunenbetten geschüttelt, bis mancherorts von den Totenbrettern nicht mal mehr die Spitze zu sehen war. Auch die Hirsemühle stöhnte unter der schweren Last und Aridike geriet wie viele Hauseigentümer nach dem Einsturz der Reichenhaller Eishalle in Panik. In dieser Zeit fasste sie den Entschluss das "Ahnwesen" so schnell wie möglich zu veräußern. An Sommersonnwende 2006, die wir bei Sonnenaufgang auf dem Lusengipfel feiern wollten, kam es zu Unstimmigkeiten, da ich mich nicht an ein Schweigegelübte hielt, das Aridike und Wildgard im Alleingang beschlossen hatten. Der harsche Befehlston führte dazu, dass auf halber Strecke zwischen Waldhäuser und Lusengipfel meine "Fruchtblase" platzte. Während die "Wilde Jagd"  weiterzog, hockte ich mich auf eine Holzbank und gebar die "Stille", die nicht durch Hundegebell, Pfiffe und Lockrufe (Meeerliiin...Maadraaa) gestört wurde.
Ende Juli 2006 sah ich Madra das letzte Mal. Vermutlich ahnte sie schon vor mir, dass ich nicht mehr zurückkehren würde, da sie mir gegen ihre Gewohnheiten bis zum Parkplatz vor dem Wertstoffhof, welcher an den Kurpark grenzt gefolgt war. Vom Tod der außergewöhnlichen Hirsemühlenhündin erfuhr ich aus dem Internet, als Salamandra  in ihrem Tagebuch vermerkte, dass ihr die verstorbene Madra im Traum erschienen sei. Bei der verspäteten Kondolenz brachte ich in Erfahrung... "Dass der mutmaßlich Hundevergifter nicht Eisenhut sondern Lemberger heißt!" "Stimmt, aber woher weißt du das", rief ich verblüfft. "Das ist unwichtig", erwiderte Tschovana, "entscheidend ist, dass sich die gleichnamige "Löwenstadt" in Galizien befindet. Das galizische Wappentier ist eine Dohle auf einem roten Balken über drei Goldkronen..." (...) "...die den Bethen gehören?" "Wie kommst du auf Bethen?, staunte die El Star, die für eine, die in der ariden Sippe totgeschwiegen wird, 'ne Menge zu sagen hat.. "Ganz einfach: Wilbeth, Ambeth, Borbeth sind keltische Schicksalsgöttinnen, die u. a. in Maitenbeth namentlich präsent sind, eine oberbayerische Gemeinde im Landkreis Mühldorf, die sich mit einem Rabe sowie einem Schimmel bewappnet. Die Maitenbether Dorfkirche  ist nicht der Gottesmutter sondern der Hl. Agatha..." "Bleib auf Sendung...". "Agatha wie Agada Christie geweiht", stotterte ich, bevor mir die Elster zu verstehen gab, dass Morrigan als schöne junge Frau, aber auch als hässliche Alte, Krähe oder Rabe sichtbar werden würde. "Hast du deine Zunge verschluckt?". Ich schüttelte solange den Kopf, bis ich die Frage, ob die Elster eine Fata Morgana sei, hervorwürgen konnte. Due Elster lächelte wie Mona Lisa: "Der Begriff Fata Morgana stammt aus meiner italienischen Heimat und bedeutet Fee Morgana, welche nicht den Vatikan, sondern die für Sterbliche unerreichbare Insel Avalon bewohnt. Entsprechend wurde die Erscheinung einer nicht vorhandenen Insel in der Straße von Messina mit König Artus Halbschwester in Verbindung gebracht", Dass mir in dem Moment das Zitat aus Schillers "Braut von Messina" - ein ewig Rätsel will ich sein, mir und anderen - in den Sinn kam, das der Märchenkönig in einem Brief an Marie Hausmann zitierte, war für eine geborene Haußmann nicht ungewöhnlich,  dass mir zugleich die Zauberin Kirke einfiel, die wie La Santuzza Rosalia, Santa Cäcilia und Santa Agatha in der sizilianischen Sagenwelt herumspukt, habe ich Argonautin Medea zu verdanken, die in der hellenischen Hochzeitsnacht rote Seidenunterwäsche trug, "Cili, jetzt bist du am Zug", murmelte ich und gab der Blütenessenz des eigenen Raumes, die mir als Großmutter verkauft wurde, einen Denkanstoß. "Ich hob's scho moi g'sogt, das i mei Ruha hom mecht", wetterte das Schöllkraut, welches in der Sendlinger Dorfkirche St. Margaret auf den Namen Cäcilie getauft wurde. "Wenn ich dir einen Rat geben darf - ich tippe auf Elisa Bethe, schließlich ist Tschovana in Betlehem untergetaucht", hörte ich die Feuerlilie sagen, die nach diesem Volltreffer in Führung ging.

Das südirakische "Königin-der-Nacht-Relief, 2003 vom British Museum von einem Privatsammler erworben, zeigt Lilith mit hängenden Flügeln, die von die/der Wikipedia-AutorIn als typisches Symbol der Unterweltsgöttin interpretiert werden. Ich erkenne in der Darstellung "gefiederte" Insektenflügel, die exakt zu Liliths bienenkorbförmigen Schlangenhut passen, welcher als 4fache Hörnerkrone gedeutet wird. Liliths vollbrüstige Figur erinnert an indische Devis (Göttinnen). In der hinduistischen Mythologie verkörpert Vishnu u. a. eine königsblaue Biene, besser gesagt einen Drohn, welcher auf dem Thron der Bienenkönigin hockt. Vishnu, ein Sohn der Urgöttin Aditi wie Al Lydi, ist der Gemahl der Shakti  Lakshmi, ohne die der königsblaue Drohn nur eine leblose Schaufensterpuppe wäre. Laksmhis (keltisch: Herrin vom See) Festtag ist der dritte Tag des Diwali-Lichterfestes, welches Ende Oktober, Anfang November an Neumond gefeiert wird. 2013 ist das Schwarzmond-Fest am 3. November, nächstes Jahr fällt das hinduistische Neujahrfest auf den 23. Oktober. Die hauptberufliche Essigessenzherstellerin, die sich in der schöpferischen Feuerlilie konzentriert, ordnet die radikale "Schwertfrau" Lilith dem Schwarzmond zu, welcher für Wahrheiten steht, die nicht gerne gehört werden". An der Stelle nahm ich das Feuerlilienfläschchen aus der Kiste, doch Madame Argolydi machte keinen Mucks. "Sind deine Lautsprecher defekt oder konzentrierst du dich in einer anderen Essenz?" Als keine Reaktion kam, schüttelte ich die Feuerlilie und klopfte an die Glasscheibe, bevor ich behutsam am Schraubverschluss drehte: "Jemand zu Hause?" "Звезда Витлејема или клематис" "Mama sagt, die könnte sich zu Clematis oder Milchstern verduftet haben". Ich stutzte einen Moment "Du sag mal Hilde, wie seid ihr in das Sortiment gelangt, schließlich hab ich eure Seelensteine nicht in die Südsteiermark sondern in der Zigeunerquelle am Steinernen Labyrinth im bayerischen Böhmerwald abgelegt". Während mir Tante Hilde den spirituellen Zusammenhang zwischen Zigeunerquelle, dem dreidimensionalen Steinernen Labyrinth und jener Trojaburg herstellte, deren Grundmauern sich Kiria Argoalydi von freiwilligen Helferinnen auf dem Drachenberg errichten ließ, meldete sich Terminator Hilger zu Wort:  "Jesas Maria und Josef, des is a haakle Story", seufzte er und schwor beim Seelenheil seiner Nachkommen, dass der Hof, den die 66,6%ige zu Beginn der 90er erwarb, um mit der 33,3%igen eine patriarchatsfreie Zone zu gründen, einst seiner slowenischen Großmutter gehörte. Hilde nickte. "Das Ahndl hat bis zum Schluss gehofft, dass Papa Kačagora übernehmen würde, doch der hatte im Gegensatz zu Mama für die Landwirtschaft nichts übrig.
"Apropos was bedeutet Katschagora?" "Das ist ein slowenischer Nattern- bzw. Schlangenberg". Jetzt ging mir ein Licht auf: "Und weil Tetka Mara' Wunsch zu Lebzeiten nicht in Erfüllung ging, seid ihr auf Kačagora als Schlüsselblume und Walderdbeere reinkarniert. Hilde räusperte sich verlegen: "Also - wir sind keine Pflanzen im botanischen Sinn sondern Elfen". "Elben", wiederholte ich ehrfürchtig und musste sofort an den gleichnamigen Fluss (norwegisch: elv) denken, welcher sich u. a. mit der Moldau paart. Die entspringt zwei Quellflüssen: Die "Warme Moldau" kommt in der Nähe von Kvilda (deutsch) Aussergefild nördlich der Lusen ans Tageslicht, ihre kalte Zwillingsschwester in der Nähe von Haidmühle im Bayerwald. "Lass mich raten: Die Zigeunerquelle, zu der ich euren Seelenstein brachte, ist mit der unterirdischen Moldau verwandt, die sich nach der Vereinigung mit der Elbe ins Nordmeer, Atlantik, Adria usw. ergießt usw. Von Venezia ist es nicht mehr weit bis nach Graz..."  In diesem Moment kamen mir die Grazien und die Hilgerische Glocke auf dem Schlossberg in den Sinn, die aus 101 türkischen Kanonenkugeln gegossen wurden. Elfe Hilde lächelte geheimnisvoll: "Die Sommermonate verbringen wir in der Südsteiermark, an Herbstgleiche sehnen wir uns in die Gerner Unterwelt zurück". Dass mir beim Stichwort "sehne" nicht Achilles sondern Alexandra in den Sinn kam, lag a) an "Sehnsucht heißt ein altes Lied der Taiga, das schon damals meine Mutter sang. Sehnsucht lag im Spiel der Balalaika, wenn sie abends vor dem Haus erklang. Und heut' bleiben davon nur noch kurze Träume, die in langen Nächten oft vor mir entsteh'n und tausend Ängste, daß ich es versäume, die geliebte Taiga noch einmal zu seh'n - und b) an der Tatsache, dass sich die sterblichen Überreste der verunglückten Liedermacherin nicht in der Taiga, sondern in Sektion 101 im Westfriedhof befinden.
Mein Sehnsuchtsort ist nicht die russische Taiga sondern ein "südfranzösisches" Haus auf Trikeri(mata), das auf meiner letzten Griechenlandreise für ein kleines Wunder sorgte. Eigentlich wollte ich Oregano sammeln, doch nachdem mir Argonaut Jorgos erklärt hatte, dass dieser auf Trikeri nicht heimisch wäre, wanderte ich Ziegenpfad entlang bis zu meinem "Traumhaus". Und siehe da, an der Haustür hing ein Bund Oregano, der im Mittelalter als Hexenabwehrzauber zum Einsatz kam und in der Kräuterapotheke effektiv gegen Bakterien wirksam ist. Es heißt, dass ein(e) vom Teufel Besessene(r) vom Satan erlöst wird, sobald ihr/ihm Oregano unter die Nase gehalten wird. Aus Selbsterfahrung weiß ich, dass der "Wilde Majoran", der bei der 66,6%igen Kulturschaffenden als Dost (Blüte der Leere) im Sortiment ist, u. a. bewirkte, dass Argonaut "Volos", welcher hinter meinem Rücken eine einheimische Schwangerschaft geheiratet hatte, sich nach zwei Stippvisiten nie wieder blicken lassen wird. "Und was ist mit Prunus domestica?", funkte Condoleezza dazwischen. "Wetten dass das Zwetschgenmanndl mit der prozessorientierten Lilium bulbiferum verduftet ist", knurrte ich wütend, packte die Zwetschenessenz und schleuderte sie aus dem Fenster. "Um den Hodalump'n is ned schod", resümierte Elfentante Heidi, die mich an ein bayerisches Schimpfwort erinnerte, das meinem Ziehvater über die Lippen kam, wenn der Verehrer unserer schlesischen Untermieterin auftauchte. Meine neugierige Frage, wer ein Ho'dalump sei, führte dazu, dass Klein-Susi es sich nicht verkneifen, der Schilling bei nächster Gelegenheit reinen Wein einzuschenken: Nicht der Bodo, ein freilaufender Hundecasanova, sei der Ho'dalump, sondern der Otto Braun. Während die beleidigte Untermieterin grußlos verschwand, bekam mein Ziehvater, der mich am liebsten erwürgt hätte, einen roten Kopf. Unabhängig davon tauchte der Liebhaber an Palmsonntag 1960 zum letzten Mal auf, wenige Wochen später fand auch die Schilling bei einem vermögenden Witwer aus Solln eine neue Bleibe. Es dauerte weitere 50 Jahre bis ich kapierte, dass der Gynäkologe und Immobilienkaufmann Dr. Braun, welcher angeblich von der Brühne ermordet wurde, nicht auf die schlesische Untermieterin, sondern auf unser Grundstück scharf war. Für einen ehemaligen gynäkologischen Allianz-Vertrauensarzt der nach dem Krieg mit Immobilen handelte, war es ein Kinderspiel die Lebenserwartung eines Krebspatienten abzuschätzen, welcher das über 6.000 Quadratmeter große Anwesen einer 48jährigen serbischen Witwe hinterließ, die seit der Entlassung aus dem TBC-Sanatorium zur Entlastung ihrer maroden Wirbelsäule ein Stahlkorsett tragen musste. Der Hoderlump (bayerisch: Betrüger, Halsabschneider) wusste auch, dass eine Rückenmark-TBC-Patientin, die in der Nachkriegszeit regelmäßig durchleuchtet wurde, aufgrund der Strahlenüberdosis nicht mehr schwanger werden kann. Vielleicht wäre mein Leben anders verlaufen, wenn Dr. Otto Braun am Dienstag nach Ostern...
"Einspruch", sagte Soraya, "der heißt nicht Braun sondern Praun". Die Frage, ob sie eine Patientin des Immobilien-Gynäkologen gewesen sei, schluckte ich hinunter als mir in den Sinn kam, dass die iranische Märchenprinzessin die inkarnierte Sophie in Bayern sein könnte, welche in Possenhofen und Umgebung heimisch war. Dr. Otto Praun residierte wiederum in Pöcking, einem Starnberger Vorort, in dem auch die Riefenstahl und der österreichische Thronfolger der Habsburger Zuflucht fanden. "Hast du auch in Pö..." Soraya schüttelte den Kopf. "Ich kenne den Praun weder aus der Zeitung noch aus der Nachbarschaft sondern als geschäftstüchtigen Gynäkologen, welcher u. a. auch dich auf die Welt brachte!". "Mich?", wiederholte ich schockiert. "Jawohl, dich - die Sprechstundenhilfe die ihren ermordeten Chef in dessen Pöckinger Villa entdeckte hieß Frl. Meyer, deren Vorgängerin Frl. Hartmann". "Evita Hartmann!?" Soraya nickte zustimmend: "Dein Buschwindröschen hatte es faustdick hinter den Ohren". Zuerst glaubte ich im falschen Film zu sein, doch dann fiel mir siedendheiß ein, dass die Frau meines Samenspenders hauptamtlich als Arzthelferin und nebenberuflich für die Amerikaner als serbische Dolmetscherin tätig war. "Der ehemalige Allianz-Vertrauensarzt Dr. Praun "spezialisierte" sich nach dem verlorenen Endsieg in seiner Privatpraxis auf gynäkologische Schwangerschaftsabbrüche, die sich nur betuchte Patientinnen leisten konnten.  Wenn, wie in deinem Fall, die Frist für den abruptio graviditatis verstrichen war, inszenierte der professionelle Engelmacher "Scheinschwangerschaften", um kinderlosen Paaren gegen ein angemessenes Honorar  zu einer schmerzlosen Nachkommenschaft zu verhelfen. Nutznießer der illegalen Machenschaften war Dr. Prauns Vetter Albert Praun, welcher nach der misslungenen Operation Walküre (20. Juli 1944) die Leitung des deutschen Heeresnachrichtenwesen übernahm. Nach dem Krieg blieb Albert Praun dem Spionagedienst treu und leitete uvon 1956 bis 1965 die Fernmeldeaufklärung des Pullacher Bundesnachrichtendienstes. Eure Untermieterin, besser gesagt "Bunzlauer Wanze", die gelegentlich von Dr. Otto Praun heimgesucht wurde, operierte bis zu ihrer Pensionierung (1951) im Schreibzimmer von Reinhard Gehlen, welcher an Nikolaus 47 in der Pullacher Rudolf-Heß-Siedlung (Camp Nikolaus) die gleichnamige CIA-Organisation auf die Welt brachte. "Die Schilling war eine Spionin?" "Да", tönte Tante Evita aus dem Buschwindröschenfläschchen, welche bis zur Eheschließung mit Mamankas Neffen aus erster Ehe in der Abtreibungspraxis von Dr. Otto Praun hospitierte.
Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Der Gedanke, dass Bundesbahnoberwerksmeister Franz Haußmann wegen seiner intimen Kontakte mit dem kommunistischen Ostblock in der Nachkriegszeit unter CIA-Beobachtung stand, wäre mir ohne Sorayas Schützenhilfe nie in den Sinne gekommen, obwohl mir durchaus bewusst war, dass ich mich durch meine kurdische Eheschließung  (21. März 1996) bei den "Pullachern" verdächtig gemacht hatte. "You can't see the wood for the trees, andernfalls wäre dir aufgefallen, dass du dich seit dem palästinensischen Identitätswechsel beruflich auf dem Abstellgleis  befindest?" Es dauerte eine Weile bis der Schock überwunden und ich zum Gegenangriff ausholen konnte: "Na und, meine berufliche Karriere landete an jenem Tag in der Sackgasse, als meine Alleinerziehende die Entscheidung traf, mich nicht aufs Gymnasium zu schicken. Kein Abitur, kein Architekturstudium, kein Diplom, keine Zaha Hadid, die, um dort anzukommen wo sie jetzt ist, ihren Bauherren in den Arsch kriechen musste. Bei mir verhält sich das genau umgekehrt, da die "Pullacher" bei der Analyse meiner unverdaulichen Hirngespinste garantiert Stoffwechselprobleme bekommen. Gegen Verstopfung hilft die Pharmaindustrie aber auch Feige, Dill, Fenchel, Hopfen, Ingwer, Estragon, Johannisbeere und Johanniskraut. Letzteres spendet als alitäre Essenz auch Trost, schließlich sind Terrorverdächtige, die mit schmutzigen Politgeschäften nix am Hut haben, für jeden Verfassungsschützer eine Art Beiwohnung ohne Samenerguss...
Fortsetzung folgt...

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