Montag, 11. November 2013

(9) ACH ALICE


"Die Kaiserin hat dir etwas mitzuteilen". "E.l.i.s.a.b.e.t.h.?". Milena Merkouri schüttelte den Kopf: "Die gesuchte Person ist keine Adelige, wenngleich ihr Ehename durchaus darauf schließen lässt. Es dauerte eine Weile bis bei mir der Groschen fiel: Alice Edelbauer, die schlesische Großmutter meiner Leibhaftigen väterlicherseits, die von mir so "geblendet" war, dass sie mir zu Lebzeiten nicht in die Augen sehen konnte. "Dann wollen wir doch mal hören, was uns die "Ysop-Kaiserin", die am 8. Juni 1954 in der Frauenklinik "Rechts der Isar" nach zwei weiblichen Fehlzündungen den ersehnten Stammhalter eines prächtigen Einödhofes hervorbrachte, welcher zwischen 1933 und 1945 den Besitzer wechselte, zu sagen hat", zischte ich wie eine  deflorierte Cola-Dose. "Wie der Lenz zum Hof kam, weiß ich nicht, aber du sollst wissen, dass eure Untermieterin die Halbschwester unserer Oma war". Mein Jagdinstinkt regte sich. "Wir hatten derer zwei: Die eine hieß Maria von Schilling, derer Nachfolgerin Pauline Kurzweil". "Die Schilling hieß mit Mädchennamen Grosch". Da ich wusste, dass Alice von ihrer Pflegemutter nicht an kindesstatt angenommen wurde, unterstellte ich der Edelbauerin eine geborene Meier zu sein, um die Identität der beiden Unbekannten herauszufinden, die auf dem Familiengrabstein  der Edelbauers verewigt sind. Die Reaktion der Blüte der inneren Heilung führte mir vor Augen, dass ich wie vermutet in ein totgeschwiegenes Wespennest gestochen hatte, jedenfalls beteuerte die kaiserliche Großmutter meiner Leibhaftigen, die auf dem Kaiserberg aufgewachsen ist, zum wiederholten Mal, dass der Lenz mit der unseligen Geschichte nichts zu tun hätte. "Dass sie mit der Geschichte nichts zu tun hatten behaupten alle Alt-Nazis die im "Dritten Reich" tüchtig absahnen konnten", erwiderte ich und bohrte weiter, indem ich das Ex-BD-Mädel, dem der reichste Bauern einer Gemeinde, die bis dato an einer chronologischer Demenz leidet, nach dem Endsieg einen Heiratsantrag machte, nach ihrem Geburtsnamen fragte. Alice Anna Edelbauer ließ sich dreimal bitten bevor sie mir verriet, dass ihre unglückselige Gebärmutter Anna Kaehne bei der Geburt gestorben sei. "Und der Vater?" "Ein verheirateter jüdischer Geschäftsmann aus Krakau". "Du bist Halbjüdin?", rief ich perplex und musste sogleich an den Film "Hitlerjunge Salomon" denken, bevor ich 39 Jahre nach der unehelichen Geburt meiner Leibhaftigen erfuhr, dass  deren protestantische Urgroßeltern den halbjüdischen Bastard nicht in ihrem arischen Hause dulden wollten. 
So kam es, dass die unerwünschte Alice, die aus Sicht ihrer Großeltern die Schande einer Tochter verkörperte, die Schande über die Familie gebracht hatte, in die Obhut der Hebamme, besser gesagt deren Schwester kam. "Das bedeutet, dass Maria Grosch Hebamme gewesen ist. "Dr. von Schilling war Landarzt, sie ausgebildete Hebamme", reagierte das Ysop-Fläschchen, das noch einmal betonte, dass der Großvater meiner Leibhaftigen nichts mit dem Bürgermord zu tun hatte. "Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die Meiers zwischen 1933 und 1945 an Altersschwäche gestorben sind". "Wie die ums Leben kamen ist mir nicht bekannt, ich spreche vom Altöttinger Bürgermord, der auf das Konto von Karl Kaehne geht, der im März 1945 ins Neuöttinger Lazarett eingeliefert wurde. Für mich war er Patient wie alle anderen, doch ihm fiel meine Ähnlichkeit mit seiner verstorbenen Schwester auf. Die genetische Sympathie hielt sich in Grenzen, stattdessen gefiel mir der Bettnachbar meines Onkels, den wir Hilfskrankenschwestern wegen seiner Augenklappe "Seeräuber" nannten. "Seelenräuber", wiederholte ich und tauchte erneut in die slawische Volos-Matrix ein, in der Argonaut Jorgos Großvater, welcher seinem jüngsten Sohn seines Sohnes, der als Halbinselbewohner Fisch & Salzwasser wie die Pest hasste, die Passion für das Meer vererbte, beim Fischfang vor der eigenen Haustüre ums Leben kam. Der gleichnamige Enkel des Ertrunkenen, Blasius Tsitsanis, welcher in Graz unvollendet Medizin studierte, ertrank in Alkohol, dessen blauäugiger Bruder, welcher nicht nur die maritime Leidenschaft sondern das Aussehen seines Pappous in die jungfräuliche Wiege bzw. Barke gelegt bekam, verstrickte sich wie mein "Leuchtturm" Mamanka in Lügengeschichten, die im Volksmund "Seemannsgarn" heißen.

"Ach Alice", staunte ich und musste sogleich an Charon, den Fährmann in der griechischen Mythologie denken, der die Verstorbenen für einen Obolus ans andere Ufer des Flusses Acheron rudert. Jenseits der Grenze befindet sich das Reich des Totengottes Hades bzw. aus matriarchaler Sicht das Hekate-Reich der Totengöttin Persephone. Melina Merkouri nickte zustimmend und übernahm das Wort: "Der Μαυροπόταμος (Schwarzer Fluss), wie der Acheron in Hellas genannt wird, fließt durch Epirus..." "Durch Olympias Königsreich?" "Ach, die beiden sprechen schon wieder in Rätseln", seufzte Soraya, die sogleich Rückendeckung von der alitären Feuerlilie bekam. "Ηράκλειτος ονομάζεται?" "Schlechte Zeugen sind den Menschen Augen und Ohren, wenn die Essenz deren Sprache nicht versteht", giftete ich zurück, bevor ich mit meiner blühenden Phantasie nach ca. 20.650 Tagen zur Erkenntnis gelangte, dass sich Spirits am Geruch unterscheiden lassen. Soraya duftete nach Rosen, Melina nach Tabak, Hillary nach Chanel Nr. 5, Condoleezza nach Pfeffer und Argonaut Jorgos..." Ein schadenfrohes Grinsen erhellte mein Gesicht als mir mein Bodyguard Niko Sauerlach in den Sinn kam, der auf meiner griechischen Hochzeitsreise seinen künftigen "Schwager" mit "Argusaugen" beobachtete. In der Nacht vor seinem Rückflug trat mein "Kleiner Bruder" am Golfstrand von Pagasitikos in einen unsichtbaren Hundehaufen, der auf der Heimfahrt in Jorgos Tsitsanis Heiligtum (Audium 80/4 Ringe) ruchbar wurde. Der plötzlich auftretende Gestank führte zur provokanten Aussage, dass ich den Urheber am Geruch erkennen würde. Wer den Sauerlacher, mit dem ich die Münchner Meisterschule für das Bauhandwerk absolvierte, nicht persönlich kennt, sollte zum besseren Verständnis wissen, dass der römische Urbayer verbale Steilvorlagen nutzt um Herrschaften, die ihm suspekt sind, solange durch die Mangel zu drehen, bis diese jene Contenance verlieren, die die menschlichen Schattenseiten kaschieren. Es gab eine Phase, in der ich den kritischen Reisebegleiter dafür verantwortlich machte, dass mein "Traumprinz" eine griechische Nymphe (Νύμφη = Braut) heiratete, doch in der Zwischenzeit verspüre ich eine tiefe Dankbarkeit, von einer nicht enden wollenden "Sehnsucht" kuriert worden zu sein. 
"Wie heißt eigentlich Sehnsucht auf..." "Λαχτάρα...!" "Lachtara wie Lachesis & Tara", wiederholte ich nachdenklich, bevor mich ein verführerischer Zwetschgendatschi-Duft aus der Küche meiner "Untermieterin" in der 3. Etage auf andere Gedanken brachte. "Den besten Datschi gab's bei Mamanka". "Dutchi?". Ich musste lachen. "Datschi ist kein Holländer, sondern ein Pflaumen-/Zwetschgenblechkuchen aus Hefeteig, der mir um's verrecken nicht gelingen will. "Vielleicht solltest du ein paar Tropfen...". Ich schüttelte den Kopf: "Aus, Äpfel, Amen, die verdammte Kiste wird postwendend zurückgeschickt. Hillary blickte mich verständnislos an: "Shiwa entlastet, schenkt Lebensfreude und hilft in Zeiten, in denen man unter Strom steht, zu entspannen". "Es heißt S.l.i.w.a und nicht Shiwa!?" "Really, here steht Shiwa...!". Nachdem ich mich selbst vom Druckfehler überzeugt hatte, dachte ich über die Synthese zwischen Lachtara, Argonaut Jorgos, Fährmann Charon und Shiwa nach. Dreizack Shiva ist der hinduistische Poseidon, der dem Mythos zufolge der einzige ist, der Kalis Zorn zu besänftigen vermag. Göttinnenexpertin Argolydi sieht in Kali (Sanskrit: die Schwarze, griechisch: die Gute) jenen Aspekt weiblicher Macht, die wie die Sphinx bzw. der liebe Gott bei Missachtung der Spielregeln keine Gnade kennt. Luisa Francia sieht in Kali, die Göttin unserer Zeit, die darüber entscheidet, ob der männliche Lebenstraum wie eine Seifenblase zerplatzen wird oder nicht. Die "Times" (Sanskrit: kala), die u. a. Druckerschwärze, schwarzen Madonnen, Flüssen, Löchern oder Zahlen verewigt, operiert nach ihrem eigenen Rhythmus (Herzschlag), Strategien, Diplomatie, Diskussionen und Taktieren sind ihr wesensfremd, jedenfalls hat die "Schwarze", die in der Altöttinger Gnadenkapelle um Hilfe angefleht wird, u. a. dafür gesorgt, dass das 1000jährige Reich nach zwölf Jahren unterging. Somit lautet die temporäre Gleichung, mit der minderjährige Schlaumeier wie  die Google-Brothers im WWW-zeitalter schwarze Zahlen in Billionenhöhe verbuchen, nicht "Arbeit = Freiheit" sondern  "1000 Jahre = 12 years". Postkarten die im letzten Jahrhundert noch wochenlang unterwegs waren, landen in "Lichtgeschwindigkeit" beim Empfänger. Der erste kommerzielle Internetprovider World ging unmittelbar vor dem Mauerfall (1990) an den Start, folglich zähle ich (Baujahr 1956) dank der kalischen Kalenderformel 34 + 23 x 83,3 Lenze (1916). Mit 1950 Jahren erreiche ich durch die 1000=12 Gleichung ein biblisches Alter, das meinen Abortus (lateinisch: Frühgeburt) auf das Jahr 63 datiert. In diesem Zeitraum wurde das Römische Weltreich nicht vom Papst, sondern von Kaiser Nero regiert, welcher nicht schwarz sondern blond und blauäugig wie seine arische Mutter, welche beim Kölner Dreigestirn bis dato die Jungfrau präsentiert. Es heißt, dass Agrippina ihren Onkelgemahl, Kaiser Claudius, welcher ihrem ermordeten Bruder, Kaiser Caligula auf den Thron folgte, anno 54 zu gunsten ihres Muttersöhnchens vergiften ließ. 
1900 Jahre später gewann die Deutsche Nationalelf das Fußball-WM-Endspiel gegen die favorisierten Hunnen. Vier Wochen vor dem Wunder von Bern (4. Juli) schenkte Lady Ysop ihrem Lenz den lang ersehnten Erbprinzen, der mich im Frühsommer nach der Geburt unserer einzigen leiblichen Tochter zum Europacup-Endspiel FC Bayern gegen Atletico Madrid in Brüssel begleitete. Um Geld zu sparen, übernachteten wie zu Dritt bei der schlesischen Verwandtschaft meines Traumprinzen. Im übertragenen Sinn übernahm ich bei diesem "Dreigestirn" die Rolle der jungfräulichen Agrippina. Den Part den "Buur" (Bauer) übernahm der beste Freund des frischgebackenen Vaters, Stephan Taub, welcher auf der jungfräulichen Fahrt zum Tanzkurs, der mir zum Verhängnis wurde, neben mir als mein mutmaßlicher Tangopartner auf der Rückbank saß. Gelenkt wurde der Schicksalwagen (Opel-Kadett) von Lorenz Edelmann Junior, der von meiner "besten" Kindergartenvolksschuleklosterinternatsfreundin, Eva Maria Weglager, die wie Queen Elisabeth auf dem OK-Beifahrersitz thronte, angehimmelt wurde. Hätte ich vor dieser Jungfernfahrt in die Zukunft blicken können, hätten mich keine zehn Pferde abschleppen können, so aber genügte ein Blick in den Rückspiegel, um zu ahnen, dass der Mann hinter dem Steuer von seiner Beifahrerin nichts wissen wollte. Normalerweise mische ich mich prinzipiell nicht in die Herzensangelegenheiten von Freundinnen, aber da die Weglager sich mit der anonymen Anzeige "ich finde, es muss gesagt werden, dass die Susi usw. heimlich geraucht haben" endgültig ins Abseits geschossen hatte, saß ich auf der Rückfahrt und in den nächsten vier Jahren auf dem Beifahrersitz eines Traumprinzen, der, so kam es mir vor, seinem Familiennamen alle Ehre machte. Im jugendlichen Liebestraum gefangen, durchlebten wir einen wundervollen olympischen Sommer, der von meinem Start ins Berufsleben und der Geiselnahme in der Conollystraße 31 (heute Max-Planck-Gästehaus) überschattet wurde, die an meinem dritten Arbeitstag auf dem Fürstenfelder Flugplatz mit einer Tragödie endete, die nachhaltig dafür sorgt, dass der Begriff Palästinenser mit Terrorismus auf einen Nenner gebracht wird.  Eva Maria von Kuehn, geb. Weglager, die nach dem Tanzkursdebakel einen hochrangigen Bundeswehroffizier, welcher im Bonner und Berliner Kriegsministerium die Einsätze in Afghanistan koordinierte, zum Traualtar begleitete, vermerkte nach meiner jordanischen Hochzeitsreise in "unserer" Internet-Biographie: Nicht vergessen möchte ich meinen Ausführungen des blutigen Attentates am 5.09.1972. Arabische Freischärler dringen in den frühen Morgenstunden in das Quartier der israelischen Mannschaft ein, töten zwei Athleten und nehmen neun Geiseln.
 
"Ach ja die Eva ist eine treue Seele", seufzte die konzentrierte Alice in ihrem Ysopfläschchen und schwärmte von der einfühlsamen Laudatio, die die kühne Weglager anlässlich Alice' 80tem gehalten hatte. "Du meinst N.a.z.i.s.e.e.l.e, auf die deren Opa, ein überzeugter Nationalsozialist, der wegen seiner Loyalität zum Reichenhaller NS-Bahnhofsvorsteller ernannt wurde, garantiert stolz ist", knurrte ich und setzte mein Verhör fort: "Apropos Endsieg - in welchem Schützengraben hat dein "Seelenräuber" sein linkes Augenlicht verloren?" "Vor dem Krieg bei einem Jagdunfall?" Die vage Antwort zauberte mir ein sarkastisches Lächeln aufs Gesicht, da der Großvater meiner Leibhaftigen eine eigene Jagd besaß, Strauß wählte und "Jagdflieger" Göring ähnlich sah. "Ich habe neulich bei der Neuhauser Stadtbücherei nicht nur sämtliche Millionenbauer-Staffeln sondern die nicht minder aufschlussreichen "Jagdszenen aus Niederbayern" ausgeliehen. Musst du dir unbedingt ansehen, da sich Fleischmanns niederbayerische Jagdszenen vom Yantsinger Haberfeldtreiben nicht einmal vom Dialekt unterscheiden. Der Film aus dem Jahr 1965 basiert auf einem Theaterstück von Martin Sperr, welcher am 14. September 1944 in Marklkofen auf die Welt kam, um am 6. April 2002 zu sterben. Na liebe Alice, machte es bei 14ter September und der 6ter April bei dir klick?" Mir schien so, als würde das blaue Fläschchen plötzlich rot werden. "Hatte die Haußmann-Oma nicht am 15. September..." "Volltreffer, werte Edelmann-Oma, die Mamanka ist laut jugoslawischer Geburtsurkunde am 10. September und nach der deutschen Einbürgerung am 15. September 1913 geboren, um am 7. April 1991 den Folgen einer Treibjagd zu erlegen. Das von deiner habgierigen Schwiegertochter Rosemarie inszenierte "Halali", ereignete sich nicht in Niederbayern, sondern am 17ten Geburtstag deiner Enkeltochter in der Clanze 49, eine Adresse die dir gut bekannt sein dürfte. Johann Clanze, einer der Anführer, die nach der Sendlinger Mordweihnacht auf dem Münchner Marienplatz hingerichtet wurde, wartete in den Raunächten 1705 vergeblich auf die aufständischen Niederbayern, die den Bauern aus dem Oberland Schützenhilfe leisten sollten. Letztere mussten sterben weil der Yanzinger Posthalter, dem nach seiner Verhaftung auf dem Kaiserberg die Flucht gelang, mit den Habsburgern unter einer Decke steckte. Johann Clanze verlor am 29. Jänner 1706 seinen Kopf, Anka Haußmann geb. Popp traf am 7. Februar 1991 in der Clanze 49 der Schlag, in der sich u. a. jene Eigentumswohnung befand, die Verena Edelmann geb. Haußmann nach dem Ableben ihrer Oma testamentarisch erben sollte. Die Erbschaft hatte jedoch drei Haken: a) mein Pflichtanteil von 50 Prozent, b) der Umstand, dass die Erblasserin auf die 17jährige Enkelin seit deren Verlobung mit einem jungen Schreinergesellen nicht mehr gut zu sprechen war und c) dass sich nicht genügend Rücklagen auf den haußmännischen Sparkonten befanden, um meinen Pflichtteil finanzieren zu können. Da sich das Erbschleicherquartett den Pflichtanteil sparen wollte, tauchte es am 17ten Geburtstag der Alleinerbin auf, um die ungnädige Erblasserin davon zu überzeugen, dass es für alle Beteiligten das Beste sei, wenn die alleinstehende 78jährige in ein Altersheim gehen und die Eigentumswohnung den Kindern überschreiben würde. Für die anfallende Schenkungssteuer würde das Guthaben trotz Autofinanzierung reichen und von ihrer Witwenpension könne sie sich ein hübsches Einzelzimmer in einer Seniorenresidenz mit Alpenblick leisten. Falls das Pflegegeld nicht ausreichend würde, gäbe es ja noch die Hure, die man notfalls zur Kasse bitten könnte.
"Halali", das Jagdhorn ließ selbst El Star Tschovana zusammenzucken. "Musst du uns so erschrecken", schnauzte ich "Stella" Merkouri an, bevor mir diese mit frivolem Schmollmundlächeln erklärte, dass es ihr bis dato noch nie gelungen sei ein "Schofar" zu blasen. "Wo hast du das her?" "Aus einem jüdischen Souvenirladen im römischen Ghetto". "Klingt gut!" "In den Ohren der Weidmänner mag das so sein, aber auf diejenigen, die von Orion gejagt werden, dürfte dies weniger zutreffen", reagierte ich und dachte an die armen Wildschweine, die einst aus dem Sauberger Forst ausgebüchst waren, um vom schießwütigen Lieblingssohn des Seeräubers abgemetzelt zu werden. Ich kann mich noch gut entsinnen, wie die auf einen Traktoranhänger geschlichteten Leichen  auf den Hof kutschiert wurden, wo es zur Abwechslung wochenlang statt Reh jeden Sonntag schlesischen Wildschweinbraten mit Semmelknödel, Blaukraut und Preiselbeeren gab, bis mir die Sauerei entgültig zum Hals heraushing und die Percht zum Kalali blies. "Mittlerweile finden die Jagdszenen auf dem Kaiserberg im Rotwildkonzentrationslager statt", knurrte ich wie ein tollwütiger Werwolf und verglich Claudio Kalteisen, einen Starfigaro aus Bolzano, der durch Einheirat zum Lieblingssohn des Seelenräubers mutiert ist, mit Amon Göth, der von seiner Villa aus willkürlich auf KZ-Insassen schoss. Zeugenaussagen zufolge konnte man Göths Mordgelüste an dessen Kleidung ablesen. Sobald dieser zum Tirolerhut weiße Handschuhe und einen weißen Schal trug, verspürte der sadistische Kommandant des KZ Plaszow (Krakau) den Zwang jemanden zu töten. Der Chefankläger bezeichnete Göth, der am 13. September 1946 gehängt wurde, bei seinem Plädoyer als eine moderne Inkarnation des biblischen Satans.
Mein Antischwager, der nach Göths Hinrichtung zur Welt kam, trug, wenn er mit seinem einäugigen Schwiegervater zur Jagd ging, weder weiße Handschuhe noch einen buddhistischen Schal, aber einen Tirolerhut, den er nach jedem tödlichen Treffer mit einem Tannenzweig schmückte. "Du kannst doch den Claudio nicht mit diesem...Monster vergleichen", echauffierte sich das purpurrote Ysopfläschchen, das mittlerweile gänzlich die Farbe gewechselt hatte". "Stimmt", bellte ich zurück, "Jagdgott" Amon Göth soll im Gegensatz zu deinem scheinheiligen Figaro, der seinen Schwiegervater auf dem Hochsitz begeglückte, hetero gewesen sein". "Puh, das nenne ich Querschläger unter die Gürtellinie", schnaubte Hellasexpertin Melina Merkouri und gab ihren verblüfften Miterscheinungen verstehen, dass Apollon, Zwillingsbruder der Artemis-Diana-Bavaria, der Schutzpatron der Homosexuellen sei". "Der Claudio ist kein Sodomist und der Meinige schon dreimal nicht", entrüstete sich Alice Edelmann, die dem Seeräuber, der ihr kurz vor Kriegsende in einem Neuöttinger Lazarett schöne Augen machte, nach der Hochzeitsnacht drei Nachkommen schenkte. "Oh, Alice, dear where have you been? So near, so far, so in-between. What have you heard? What have you seen? Alice! Alice! Please, Alice!", tönte mein brünettes Jerusalemsyndrom stellvertretend, bevor Hillary die purpurrote Ysopblüte aufklärte, dass auch die glorreiche T&T-Fürstin mit einem passionierten Jäger verheiratet gewesen sei, welcher wie der Kärntner Landeshauptmann oder der bayerische Märchenkönig am liebsten feminine Knaben vernaschte. "Der Ludwig Otto Friedrich Wilhelm war nicht vom anderen Ufer ", reagierte Soraya empört". "Hast du's vor der Hochzeitsnacht ausprobiert", rief ich schlagfertig um die mutmaßliche Sophie von Bayern aus der Reserve zu locken, doch so leicht ließ sich das persische Siebengestirn von einer Normalsterblichen nicht aufs Glatteis führen.

Wer auf Schamanenreisen vor verschlossenen Hauptzugängen verzagt, ahnt nicht, dass der Umweg über die Hintertür viel effektiver ist. In diesem Fall betrat ich den verwunschenen Kaiserberg durch die Gnadenkapelle, in der u. a. die Herzurne (Monstranz) von Ludwig Otto Friedrich Wilhelm in Gewahrsam ist. An 9/11 2006, einen Tag vor der legendären "Regensburger Hetztirade" ging der fotogene Ratzinger vor der "Schwarzen" in die Knie. Dass der bayerische Ex-Pontifex weiß, dass es zwischen der Percht und der Schwarzen Madonna keinen Unterschied gibt, ist ziemlich wahrscheinlich, schließlich ist der am Karsamstag 1927 geborene Gendarmeriemeistersohn in einer Zeit aufgewachsen, in der die Swastika und der alte Sonnenkult auf dem Obersalzberg wieder in Mode kamen. "Ich glaube nicht, dass Papst Benedikt, welcher dem Yantzinger Bürgermeister eine Audienz gewährte, die Mutter Gottes..." "Die es zuließ, dass ihr göttlicher Sohn im Namen des Vaters ans Kreuz genagelt wurde?", unterbrach ich Ysop-Alice, die ich nicht so naiv in Erinnerung hatte. Kalkutta heißt in der englischen Sprache Kolgata, Golgata ist die hebräische Schädelstätte, ohne die es in Oberammergau keine Passion gäbe". Dass die Matrone von Kaligutta, welcher u. a. die Hindu-Ratzen (bayerisch: Ratten) heilig sind, auf Abbildungen mit einer Kette aus Totenköpfen geschmückt wird, entlarvt sie als indische Boandlkramerin. Hel wie Helia (griechisch: Sonne) ist die Persephone der nordischen Unterwelt, die sich am Polarkreis zwischen Oktoberfest und Ostara nicht blicken lässt. Frau Perchta ist die alte Sonnengöttin, nach welcher u. a. Percha oder Perchtesgaden benannt ist. Im grimmigen Märchen taucht die die "Schwarzweiße" als Frau Holle auf, die von Christenmenschen als Santa Lucia (13. Dezember/Sonnwende) verehrt wird. "Im Englischen heißt to perch sich setzen, folglich ist perch eine Sitzstange (Ast) aber auch ein Hochsitz, auf dem der Kaiserjäger (Adler/Edler) nach einem Opfer ausschau hält. Untertage verwandelte sich der Jägerstand in einen echten Barsch (perch/Percidae), die sich von ihren Artgenossen durch zwei Rückenflossen unterscheiden. Ohne "H" verwandelt sich der beliebte Speisefisch in eine ungarische Minute, die auf Golgata zur Ewigkeit mutiert. "Ach", staunte ich und dachte sogleich an den Perchtesgadener Hochthron, den höchsten Gipfel (Hochsitz) des Untersbergmassivs, das nicht nur die Kelten als Kultort zu schätzen wussten, schließlich hat mensch von dort oben eine himmlische Fernsicht ins Reich der Alten Göttin.

Dort trafen zwei Tage vor Walpurgis 1945 einige angesehene Alöttinger Bürger unter Führung des Landrates die Entscheidung, den Amerikanern den CSU-Wallfahrtsort kampflos zu überlassen. Um dies zu gewährleisten sperrte man diverse Nazis, die noch immer an den Endsieg glaubten, ins örtliche Polizeigefängnis. Da man nicht allen Nationalsozialisten habhaft werden konnte, bekam der Neuöttinger Bürgermeister Wind von der Aktion und forderte den Lazarettarzt in seiner Funktion als örtlicher Kampfkommandant zum Eingreifen auf. Dieser gab Alice Onkel als dienstältestem Patienten den Befehl mit zwei Hauptmännern nach Altötting zu fahren, um die Hochverräter zu bestrafen. "Offiziell hieß es, dass der Landrat in der ausweglosen Situation Selbstmord begangen hätte, aber vom Lenz weiß ich, dass der Kehrer von meinem Onkel erschossen wurde", unterbrach mich Alice, die wieder die blaue Farbe angenommen und leicht violett schimmerte. "Du kannst in dem Zusammenhang ruhig das Unwort e.r.m.o.r.d.e.t benutzen", unterbrach ich die väterliche Großmutter meiner Leibhaftigen und dachte an "Schwägerin" Luise, die auf Nummer sicher ging und einem uniformierten Bundeswehr-Offizier das kirchliche "Jawort" gab, bevor sie ihm drei Ebenbilder schenkte. "Eines kann ich dir sagen, werte Alice, bevor ich wie deine jüngere Tochter einen Berufsoldaten zum Manne genommen hätte, wäre ich vom Perchinger Kirchturm, der auch deine Hochzeitsglocken läutete, gesprungen". "Woher weißt du, dass..." "...ganz einfach, weil sich der "Seeräuber" nach dem verlorenen Endsieg im Dorf nicht mehr blicken lassen konnte". "Die waren nur neidisch, weil der Lenz den größten Hof im Umkreis vererbt bekam". "Verstehe - bevor die Erblasserin von der Gestapo heimgesucht wurde, hat sie deinem Herrenmenschen, der dich in meiner Anwesenheit wie einen Dienstboten behandelt hat, noch schnell ihr Sach' überschrieben. "Die hatte Deserteure auf dem Hof versteckt". "Wie gut, dass das Verpfeifen, Hinhängen, Denunzieren, Verraten nicht strafbar ist, das einen Bettler zum Kaiser macht". "Wie soll ich das verstehen?" "So wie's die Mühlliesl einst vorausgesagt hat, schließlich ist der Wald auf dem Kaiserberg mittlerweile so löchrig wie an Bettelmo sei G'wand. Statt der Bäume gibt es mittlerweile jede Menge perchs, die von deinem schießwütigen Schwiegersohn, der mich als liebsten erlegt und an die Wildschweine verfüttert hätte, eigenhängig gezimmert wurden".
Hatte ich mich getäuscht, oder war dem glühend roten Ysop-Fläschchen etwas Dampf entwichen. "Gibt es eine Erklärung, weshalb du ständig auf mir herumhackst? Ich persönlich hätte nichts dagegen gehabt, wenn du meine Schwiegertochter geworden wärst!" "Lass gut sein Koaserin, dies betreffend bin ich längst zur Einsicht gelangt, dass ich im Gegensatz zu meiner Leibhaftigen nicht in euren Saustall gepasst habe!" "Aber der Lenzi hat dich nie..." Ich lachte sarkastisch. "Ach Alice, eine unbezahlbare Hure wie ich bleibt unvergesslich". "Dann haben die Leute recht, die behaupten, dass du ihn nur zum Narren gehalten hast!" "Wenn du mit L.e.u.t.e deine älteste Tochter, die sich im Duett mit der Haußmann Oma über mich das Maul zerrissen hat, sowie deine Schwiegertochter Rosemarie und deine Möchte-gern-Schwiegertochter Eva meinst, sitzt du bei mir im falschen Kino, da es in diesem arischen Heimatfilm kein Happyend gibt. Bis Muttertag 85 haben die "Leute" das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, allen voran die Haußmann-Oma, die von deinem Stammhalter im Namen auf Geheiß deiner geldgierigen Schwiegertochter an Nikolaus 1979 inklusive Immobilie und Sparda-Guthaben adoptiert wurde. Dass das Unternehmen Clanze 49  am 7. Februar 1991 den Bach hinunter gegangen ist, der in der griechischen Mythologie Acheron und bei den Kelten Sempt wie Sempermuada oder. St. Ambeth heißt, geht auf das Konto der haußmännischen Ahngeister, die sich nicht auch noch diesen Pflichtteil nehmen lassen wollten. Die Haußmann-Franz-Witwe zu bescheißen war ein Kinderspiel, dass hueso in der spanischen Weltsprache "Knochen" heißt, führt vor Augen, dass mit Huosi bzw. hausmännischen Knochenmänner, die mit jemanden noch unbezahlbare Rechnungen offen haben,  nicht gut Kirschen essen..."
"Gibt es unter den 50 Essenzen auch einen Kerschgeist?" Hillary warf einen prüfenden Blick in den Lieferschein und lächelte bedeutsam: "Kirsche ist die Blüte der Fröhlichkeit. Die Essenz bringt Begeisterung ins Leben und macht das Herz leicht". "Welcher Komiker konzentriert sich im Kirschblütenfläschchen?" "Soviel ich verstanden habe heißt er Michael...!" (...) "Mittermeier?", rief ich euphorisch. Hillary schüttelte den Kopf: "Heitzmann!" "Seine Hochwürden, Dekan Michael Heitzmann", wiederholte ich begeistert und versteckte mein diabolisches Grinsen symbolisch hinter der alten Perchtenmaske, die, so ist es in der haussmännischen Familiechronik überliefert, vom Lavendel-Fritz geschnitzt und bemalt wurde. "In Ewigkeit, Amen - bist du ned d' Haußmann Susi", hallte der Barriton des Yantsinger Dorfpfarrers, welcher nach der Frühmesse beim Kirchenwirt sechs Paar Weißwürste verdrückte, durch die Mansarde des herzoglichen Jagdschlosses. "Bingo, Herr Hochwürden, ich bin jener slawische Bastard, der mit "Gottes Hilfe" und den Yantsinger Kirchenwirt als Vormund, welcher im Vorfeld den haußmännischen Leichenschmaus ausrichtete, um ihr rechtmäßiges Erbe betrogen wurde". "Irrtum mein Kind, das Ahnwesen gehörte ursprünglich dem Posthalter Hirner, der zum Dank für die legendäre Rettung der Kirche das Yantsinger Benefizium stiftete". "Erstens bin ich nicht ihr Kind, zweitens ist die Stiftung, zu der auch das Haußmann-Ahnwesen gehörte, welches der Schwiegergroßvaters des Kirchenwirtes an den Gerg Fritz verscherbelte, eine Sühne für den Verrat des Yantsinger Posthalters an den Bauernrebellen, die in der Sendlinger Mordweihnacht umkamen."? "Wer hat dir diesen Floh ins Ohr gesetzt? - Der Hirner war ein Schlitzohr, aber kein Judas", tönte die Stimme eines Kirchendespoten, der aus gesundheitlichen Gründen die Pfarrei einem Nachfolger überlassen und selbst mit dem Benefiziathaus Vorlieb nehmen musste. Von dort hetzte der Heitzmann "seine" Kirchengemeinde solange gegen den neuen Seelsorger auf, bis sich dieser aus Verzweiflung im Dachboden des Pfarrhauses erhängte." "Den Floh hat mir der Lavendelfritz ins Ohr gesetzt,  dessen Lenggrieser Vorfahren vom Yantsinger Posthalter verraten wurden".  "Ist der Gerg auch...?" "Freili, mit dem Sauhammi bin i no lang ned fertig", knurrte der genetische Vater meines Ziehvaters, der anlässlich seiner ersten Hochzeit das vermaledeite Ahnwesen von seinem Großonkel überschrieben bekam, welchen bis zur Frühpensionierung das Zipperlein plagte. Danach war der Gergvata, wie der gebürtige Sendlinger Wagermeistersohn von den Ureinwohnern genannt wurde, wieder kreuzfidel und spielte mit seiner Zither beim Kirchenwirt auf, dass die Wände wackelten...
In diesem Moment kam mir der Film "Kirchblüten - Hanami", in den Sinn, in dem Elmar, der Bruder von Fritz Wepper einen totkranken Staatsdiener aus Schongau spielt, der nach dem plötzlichen Tod seiner Frau nach Tokio fliegt, um deren unerfüllten Lebenstraum zu vollenden. Trudi Angermeier (Hannelore Elsner) heimliche Leidenschaft galt dem Butoh, einem japanischen Ausdruckstanz, der Ankoku Butō  "Tanz der Finsternis" heißt. Gleichzeit kam mir der Bodo, in den Sinn, welcher im Gegensatz zu Dr. Otto Praun, kein Hoderlump war sowie die Tatsache, dass der "Angermeier", welcher dem Lorenz Edelmann Junior nicht unähnlich ist, im Episodenheimatfilm der Billionenbauer einen Hoferben spielt. "Hor mal, Hilde, eigentlich bist du die rechtmäßige Erbin, denn wenn du nicht drei Jahre vor meiner Geburt gestorben wärst, hättest du das Yantsinger Geisterhaus geerbt?" "Vielleicht?". "Was heißt hier vielleicht, ich denke nicht, dass der Haußmann Franz sein Lebenswerk der Kirche überlassen hätte, schließlich zählte der zu jenen aufgeklärten "Freigeistern", die mit den Sakramenten nicht viel am Hut haben , jedenfalls ließ er sich seine erste Ehe nur vom Standesbeamten absegnen und mit dem 6ten Gebot hat er es auch nicht so genau genommen". Hilde nickte: "Frag ihn doch selbst?" "Im Gegensatz zum Hilger schweigt der Rittersporn-Franz wie ein Grab", seufzte ich und dachte über eine Strategie nach, die meinen Ziehvater aus der Reserve locken könnte. "Wenn die Mutti...!" "Lass die Mamanka aus dem Spiel, die ist in der Zwischenzeit bestimmt schon in Großlappen gelandet". "G.r.o.ß.l.a.p.p.e.n", rief eine Stimme erschrocken, die sich wie die von Walter Sedlmayr anhörte. "Was macht der do?", brummte ich missmutig, bevor mir einfiel, dass der Münchner Volksschauspieler vor seiner Ermordung den Billionenbauer spielte, welcher die bäuerliche Existenz seiner Nachkommen zunichte machte, in dem er seinen Grund an die "Neue Heimat" verscherbelte. "Des is mei Papa?" Ich schluckte: "Da Franz!" Hilde legte den Finger auf den Mund. "Papa kennst mi no, do is'd Hilde und des Susilein is a do?". "Oh mei", seufzte Franz Haußmann im Sedlmayr-Dialekt und beschwor ohne meinen Einfluss, dass er nicht mein leiblischer Vater doch immerhin mein Schutzengel sei, welcher am 17ten Geburtstag meiner Leibhaftigen in der Clanze 49 erschienen ist, um  zu retten, was noch zu retten war. "Und wo warst du, als ich mich von der Weglager zum Tanzkurs überreden ließ?" Wäre es nicht sinnvoller gewesen, den verhängnisvollen Eisprung zu verhindern?" "Oh mei Deandl, wenn des so einfach war, füar des oane san'd Hormone und da Amor zuaständig, des andere regelt' Natur und was einer/einem vom Schicksal aufgesetzed is, des konn koa Schutzengel richt'n und scho zwoa moi ned, wenn oane so an Dickschädel hod wia du. Den Edelmann Lenz hätt' i scho daschiaß'n muaß'n, aba des war da a ned recht g'wes'n". "Das mag ja sein, aber weshalb hast du mich ein halbes Jahrhundert im Glauben gelassen, dass ich deine leibliche Tochter bin?" "Oh mei, wia hätt i des o'stelln soin. Wia i g'storm bin - des hob i garantiert ned freiwillig g'macht - warst du no koane sechs Jahr oid und häst ned verstand'n, wieso i nimma dei Papa bin, aba i hob's an Heitzmann beicht, dem Hodalump, dem Scheinheilig'n. Dea hod mi solang mit'm Beichtgeheimnis erpresst, bis i im Morphiumrausch den Erbvertrog unterschrie'm hob. Danoch hod mi solang' schlechte G'wissen geplagt, bis ma Tante Rosalie versprocha hod noch meim Ableben dafür zu sorgen, dass du ned nua an Pflichtteil, sondern a Ahnwesen kriagst, auf des de Huosi Anspruch g'habt ham, bevor da Hittla ins Spui kemma is". Ich nickte verständnisvoll: "Die Umstände, wie, warum, weshalb der Lavendel-Fritz die verfallene Ruine dem Kirch'nwirt abgekauft hat, sind mir hinlänglich bekannt, dass der Hitler seine Hände persönlich im Spiel hatte, ist mir neu". "Oh mei Deandl, i moan doch ned den narrischen Braunauer, der von de Kirchenwirt-Stammtischler wia a Heiliga verehrt woar'n is, sond'an den Freisinger Erbschleicha, welcha auf der Yantsinger Schenkungsurkunde von Georgi 812 ned ois Raubritta sondern ois "Bischof" vermerkt is". Diakon Suuidhart, welcher das mütterliche Erbgut den Freisingern überließ war ein Huosi?", rief ich perplex. "Freilich, ebenso da Hitto".

"Time out", sagte Condooleezza nachdenklich, "ich kenne einen kurdischen Syrer namens Ghassan Hitto, welcher 1963 in Damaskus auf die Welt kam, um amerikanischer Staatsbürger zu werden. Seine Frau, Suzanne Hitto ist amerikanische Lehrerin, er studierte Mathematik und Informatik und lebte vor seinem Umzug nach Istanbul in Wayne, wo er als Geschäftsmann und Manager in der Telekommunikations- und IT-Branche arbeitete. In seiner Freizeit engagierte er sich für eine texanische Islamschule, außerdem gründete er einen Fonds, der muslimischen US-Bürgern, die nach den Anschlägen am 11. September 2001 in Terrorverdacht gerieten, Rechtsbeistand ermöglichte". "Ach", staunte ich, "jetzt bleibt nur noch die Frage zu klären, ob der kurdische Wohltäter, der kurzfristig von konservativen syrischen Rebellen zu deren Ministerpräsident gewählt wurde, von der Bin-Laden-Sippe, vom Bush-Clan oder von "Telemex" Carlos Slim Helu unterstützt wird, welcher u. a. mit den  Legionäre Christi. sympathisiert, die ihr Noviziat von Bad Münstereifel in die ehemalige Hotelfachschule "Bavaria" nach Neuötting verlegt haben, wo sich die 21jährige schlesische BM-Hilfskrankenschwester in jenen Seelenräuber verliebte, den ich am 7. Februar 1974 ein zweites Mal zum Großvater machte". Nach einer kurzen Sendepause fragte ich meinen ziehväterlichen Schutzengel, ob er wissen würde, dass die in den Otto-Praun-Fall verwickelte Maria von Schilling, welche bei uns zur Untermiete wohnte, die Stiefschwester von Alice Edelmanns Pflegemutter ist. "Freilich, des ausg'schamte Luada und der ihr hinterfotzige Hodalump ham uns ja in den Schlamassel nei'g'rittn", schimpfte die "Sedlmayr-Synchron-Stimme aus dem Ritterspornfläschchen, in dem sich nicht nur Franz Haußmann, sondern auch der Hilger, der Isailowitsch und sowie mein leiblicher Vater konzentrierte. "Irrtum, nicht die Hebamme hat dich hineingeritten, sondern Ankas Neffe aus erster Ehe, welcher an Sonnwende 1955 im Yantsinger Geisterhaus den 13jährigen Fehltritt seiner geschiedenen Tante schwängerte". "Oh mei, d' Heidi war des selbige Luada wia...wia ihr Muatta". "Das ist eine pädophile Schutzbehauptung erwachsener Männer, die sich an Minderjährigen vergreifen". "I bleib dabei, a Apfi liegt ned unter'm Hollerbusch". "Apropos Hollerbusch - warum hast du es zugelassen, dass die Ackerwinde-Mamanka bis zum Ableben der Schöllkraut-Cilli, welche an Joseph Ratzingers 31tem Geburtstag einem Krebsleiden erlag, in eurer Waschküche hausen musste?" "O mei, des is a lange G'schicht, de si ned mit drei Sätz erklärn losst, auf jed'n Fall war des ned mei Idee, sondern de von da Anka, de eines Tages mit'm Koffa und da Heidi im Schlepptau voa unsra Tür stand. Auslöser war a Streit mit da Mara, di noch'm Tod von da Hilde koa Notwendigkeit sah, sich vom Hilger scheid'n  zu lass'n". "Repeat - Du hast dich nicht wegen der Mutti, sondern wegen der Mama scheiden lassen?" "Freilich, schließlich solltest du ned ois Bastard, sondern ois Haußmann volljährig wer'n". Kaum war der Begriff "volljährig" verklungen, meldete sich der mutmaßliche Scheidungsgrund, Mara Schlüsselblume, zu Wort: "Kinda, diese Mann nix glauben, Anka schwören, dass er heimlich ihre Verlobte". Selbst ein Opfer von den Machenschaften einer Frau, die in der osmanischen Sprache "Gnade" heißt, öffnete sich an dieser Schlüsselstelle ein Tor, das hinter einem schwarzen Schleier verboren war. "Tetka Mara, kannst du dich erinnern, wann es zu diesem verhängnisvollen coming-out kam?" "Muttertag nach Grab Hilde - warum?". Ich gehe jede Wette ein, dass "Lieblingsnichte" Hilde wie das Schneewitchen von "Stiefmutti" Anka vergiftet wurde nach der Maxime: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer beerbt den verstorbenen Haußmann Franz? Daraufhin antwortete der Zauberspiegel: Du, meine Gnädigste, schließlich bist du viel schöner wie die fleissige Pechmarie", knurrte ich und fing blitzschnell Elfentante Hilde auf, die sich nach einem kurzen Schwächeanfall erstaunlich schnell kurierte.
"Mi soins vergift ham?" Ich nickte: "Vermutlich?" Aba in mei'm Totenschein steht Angina pectoris als Ursache!" "Es hätte Ankina Pectoris heißen müssen, da deine Herzerkrankung nicht durch einen eitrigen Weisheitszahn, sondern den Indizien nach durch einen "Roten Fingerhut" hervorgerufen wurde, den "Stiefmutti" benutzte, wenn sie an deiner Mitgift stickte. Es heißt, dass der Digitalis purpurea dem Elfenvolk als Kopfbedeckung dient, ich verwende ihn beim Fotografieren und unartige Feen sollen aus den Fingerhutblüten  Handschühe für die Füchse gemacht haben, damit diese möglichst lautlos in Hühnerställe eindringen konnten, die im Discountzeitalter nicht nur auf dem Kaiserberg abgerissen wurden. "Also ich kann mir nicht vorstellen, dass die Haußmann-Oma eine Giftmörderin gewesen ist?", schaltete sich Alice Ysop ein. "Kein Wunder, schließlich siehst du nur das, was du sehen willst und kannst dir auch nicht vorstellen, dass der Seelenräuber, um in den Besitz der Einöde zu gelangen, in einer Epoche, die in der Yantsinger Chronik ausgeblendet wurde, über Leichen gegangen ist?", reagierte ich ungehalten, bevor mir die alte "Koasarin", wie Alice im Yantsinger Wonderland genannt wurde, zu verstehen gab, dass sie, was meine Herkunft betraf, schon vor meiner Geburt im Bilde war. "Willst du damit sagen, dass du bei meiner Besamung anwesend warst?" "Ich nicht, aber Tante Maria?". Fast hätte ich mich verschluckt. "Die Hilgerin?", platzte ich heraus. "Schmarrn, ich rede von der Stiefschwester meiner Ziehmutter, welche bei euch zur Untermiete wohnte...

"Die Schilling ist die Schlüsselstelle", wiederholte ich mehrfach und erstarrte bei dem Gedanken, dass mein Zeugungsakt unter Beobachtung des Pullacher Geheimdienstes stand, kurzfristig zur Salzsäule. Danach folgten Diskussionen, die darauf abzielten das Ysop-Fläschchen zu öffen, damit sich Alice Anna Aasgeier (Ranking: AAA) materialisieren konnte. Wie sich sogleich herausstellte, konnte der Entwicklungsprozess nicht vollständig abgeschlossen werden, da die V-Großmutter meiner Leibhaftigen noch keine sieben Jahre unter der Erde lag. Der Anblick eines Skeletts mit geblümter Kittelschürze, aus der der frisch frisierte Kopf meiner Beinah-Schwiegermutter ragte, war selbst für mich gewöhnungsbedürftig, andererseits fand ich die Aufmachung irgendwie skurril. "Wo war'n wir stehengeblieben?". "Bei der österreichischen Währung", doubelte mich mein brünettes Jerusalem Syndrom und stellte sich und die andern vor: Condoleezza, Soraya, Melina und Hilde Hilger, die Großtante deiner zweitgeborenen Enkeltochter sowie leibliche Tochter des Rittersporn Franz, dessen Geburtstag sich an deinem Todestag zum 109ten Mal jährte". "Frohe Weihnachten", brummte ich und starrte auf die Merkur-Todesanzeige, die, mit einer Sicherheitsnadel befestigt, an Alice Kittelschürze baumelte: Sterberosenkranz 22. Dezember, Requien und Requien und Beerdigung 23. Dezember 2009. "In diesem Zeitfenster befand ich mich in der jordanischen Unterwelt", murmelte ich verschwörerisch und versuchte mich an das Abflugdatum der Royal Jordan zu entsinnen: Mittwoch, 16. Dezember 2009. Folglich ist die Boandlkramerin bei Omalice just in dem Moment aufgetaucht, als ich nichtsahnend im Roten Meer plantschte, von dem es heißt, dass der Name an Liliths Menstruationsblut erinnert. Nach Heiligabend vergnügte ich mich im Mare mortuum, das  mir im Vergleich zum Hochzeitssommer 2004 angenehm kühl erschien wie eine Liebe, die im Laufe der Jahre, insofern nicht nachgeheizt wird, zu Basalt erstarrt. Es heißt dass Abrahams Neffe Lot, nachdem dessen namenloses Weib zu einer Salzsäule erstarrt ist, seine beiden minderjährigen Töchter schwängerte, die er zuvor den beiden Götterboten, die den Untergang Sodoms prophezeiten, als Gastgeschenk angepriesen hatte. Für einen Moment kam mir der Gedanke, dass der "Bauer" wie die schlesische Pflegeschwiegermutter Rosa Grosch den "Piraten" respektlos nannte, seine Erstgeborene missbraucht haben könnte, indem er sie zum Alphaweibchen und ihren androgynen Gemahl zum Prinzregenten kürte, welcher dem Schwiegerpapa jeden Wunsch von den Augen ablas
"Der Prinzregent war für die Sisi ein "Rotes Tuch", unterbrach Soraya meine düsteren Missbrauchsgefühle, die ich am eigenen Leibe verspürte, weil ein angesehener Handwerksmeister aus dem Nachbarbardorf, welcher mit der alleinerziehenden Haußmann-Witwe schon ein Techtelmechtel hatte, bevor deren Pensionär und Erblasser nach acht Ehejahren ins Gras biss, sich an mir vor dem ersten Eisprung verging  "Welche Verbindung gibt es zwischen der Kaiserin von Österreich und dem Kaiser...". "Lass den Galgenberg zwischen den beiden Dörfern und folge mir gedanklich mit dem Postbus in die bayerische Residenzstadt". "Wird das eine Trancereise oder eine Hypnose?", maulte ich wie immer, wenn ich das Gefühl habe, die Gedankenkontrolle anderen überlassen zu müssen. "Der Bus hält in Neufarn, Parsdorf, Feldkirchen, Riem, Steinhausen und über die Prinzregenten..."Quatsch, als ich nach den Sommerferien 1972 in die Arbeit fuhr, nahm der Regionalbus den Weg über die Autobahn am Flughafen vorbei, um an der Einstein in die Grillparzer Richtung Ostbahnhof abzubiegen". "Geht doch", lächelte die persische Prinzessin, die im Dirndl eine gute Figur machte und erklärte mir und den Anwesenden, dass die Einstein die Aorta und die Prinzregenten die Vene einer Ley-Line sei, welche im Volksmund "Z'wölfa" genannt wird. Dabei verschluckte sie fast den letzten Buchstaben des deutschen Alphabets, so dass nur noch die Wölfe übrig blieben, die im Böhmerwald (wie die Firstpeople, auch Wilde genannt) in Reservaten hausen, die durchaus als "Anderswelt" bezeichnet werden können. "Ach", staunte ich, "dann bin ich nicht auf dem Rücken einer Drachin, sondern auf dem Rücken der Wolfsfrau zu einem jungen Weibe herangereift, welche am anderen Ufer von Atlantis La Loba heißt". Das Siebengestirn lächelte zufrieden wie eine Mutter, deren Säugling zum ersten Mal "Mama" sagt. Sogleich kam mir Vesta Rhea Silva in den Sinn, die dem Mythos zufolge Romus und Remolus gesäugt haben soll. Die (Z)wölfa, da gibt es keinen Zweifel, gab es schon in einer Epoche, als die Römer noch auf trojanischen Pferden schaukelten und die Indogermanen sich vor dem finsteren Fenriswolf fürchteten, welcher mir als silberner Steppenwolf ein treuer Begleiter ist...
Fortsetzung folgt...

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